Reiturlaub in Island: Tipps für Ritte auf dem Islandpferd

Jana Eriksen

Jana Eriksen

· 7 Min. Lesezeit
Zwei Islandpferde in Beige- und Brauntönen stehen hinter einem Zaun auf grüner Wiese vor einer Felswand mit Wasserfall

Einmal auf einem Islandpferd durch Island reiten – für viele Pferdefreunde ist das ein Lebenstraum. Die Insel bietet weite Landschaften, Vulkane, Lavafelder, Flüsse und Küstenstreifen, und das Pferd, das dort entstanden ist, trägt dich durch das Gelände. Damit der Traum ein gelungener Urlaub wird, solltest du einige Punkte beachten. Dieser Beitrag hilft dir bei Planung und Vorbereitung.

Warum Reiten in Island?

Islandpferde sind in ihrer Heimat Teil des Alltags und der Kultur. Wer dort reitet, erlebt, wofür die Rasse über Jahrhunderte gezüchtet wurde: Gelände, Wetter, Herdenleben. Der Tölt erlaubt es, auch lange Etappen bequem zu reiten. Wie die Rasse entstand und wieso Island besonders ist, erzählt der Beitrag zur Geschichte des Islandpferdes.

Auch für Reiter, die zu Hause Islandpferde reiten, ist ein Aufenthalt in Island lehrreich. Du siehst Pferde in der Herde, in natürlicher Haltung und in unterschiedlichem Gelände. Das schärft den Blick für Wesen und Haltung, siehe dazu den Rasse-Überblick.

Die beste Reisezeit

Die Reitsaison in Island ist im Wesentlichen im Sommer. Je nach Region und Wetter sind Touren etwa von Frühsommer bis Frühherbst möglich. Im Hochland können Pisten und Wege erst spät im Sommer befahrbar oder begehbar sein. Informiere dich bei Anbietern über Wetter, Schneelage und Flussstände. Im Winter gibt es ebenfalls Reitangebote, die jedoch kürzer und wetterabhängiger sind. Wer einen Ritt im Hochland plant, sollte flexibel bleiben.

Tourenarten im Überblick

  • Tagesritte: Kurze Ausflüge für ein bis vier Stunden, ideal für Einsteiger oder als Ergänzung zu einer Rundreise.
  • Mehrtägige Ritte mit festen Unterkünften: Du reitest tagsüber und übernachtest in Gästehäusern oder Farmen. Das Gepäck wird oft transportiert.
  • Wanderritte mit Packpferden oder Begleitfahrzeug: Längere Touren mit Zelt oder Hütten, je nach Anbieter.
  • Reiterhöfe mit Aufenthalt: Du wohnst auf einem Hof und reitest dort täglich, oft mit Training und Unterricht.

Viele Grundlagen aus dem Beitrag Wanderreiten mit Islandpferden gelten auch hier: Kondition, Planung, Sicherheit.

Anbieter prüfen

Die Qualität der Anbieter ist unterschiedlich. Achte auf folgende Punkte:

  1. Pferdehaltung: Wirken die Pferde gepflegt, gesund und gut genährt? Sind sie in Herden untergebracht und bekommen sie Ruhezeiten?
  2. Pferdewechsel: Wird mit Pferden gearbeitet, die für die Tour geeignet sind? Gibt es genügend Pferde, damit sie abwechseln können?
  3. Guides: Sind sie erfahren und sprechen eine Sprache, die du verstehst? Wie viele Reiter betreut ein Guide?
  4. Ausrüstung: Sattel, Zaumzeug und Helme sollten in gutem Zustand sein. Frage nach Helmen; ob du eigene mitbringen darfst, regeln die Anbieter.
  5. Reiterniveau: Gibt es Vorgaben für Erfahrung? Seriöse Anbieter fragen nach Können und Gewicht und passen Pferd und Tour entsprechend an.
  6. Bewertungen: Lies mehrere unabhängige Erfahrungsberichte, nicht nur die Werbetexte.

Gewichtsgrenzen und Fitness

Viele Anbieter setzen eine Gewichtsgrenze für Reiter, damit die Pferde nicht überlastet werden. Das ist im Interesse der Tiere und sollte respektiert werden. Frage vor der Buchung nach der Grenze und sei ehrlich bei deinen Angaben. Auch Fitness und Reiterfahrung zählen: Wer lange Strecken reitet, braucht Kondition und einen ausbalancierten Sitz. Einstiegstipps liefert der Beitrag Islandpferd für Anfänger.

Kleidung und Ausrüstung

Das Wetter in Island kann schnell wechseln. Pack Kleidung im Zwiebelprinzip ein:

  • wasserdichte Jacke und Hose,
  • warme Unterschicht, Fleece oder Wolle,
  • Handschuhe, Mütze, Schal,
  • Reitstiefel oder feste Schuhe mit Absatz,
  • Reithelm, falls du ihn mitbringen darfst, oder frage nach Leihhelmen,
  • Sonnenschutz und Sonnenbrille.

Packe leicht, aber wetterfest. Sattelzeug stellt in der Regel der Anbieter.

Einfuhrregeln beachten

Island schützt seine Pferdepopulation streng vor eingeschleppten Krankheiten. Für gebrauchte Reitausrüstung und Kleidung gelten besondere Bestimmungen. Wer Reithandschuhe, Helme, Sättel oder Reitkleidung mitbringt, sollte vorab die Einfuhrregeln der zuständigen isländischen Behörde prüfen; gebrauchte Ausrüstung muss unter Umständen desinfiziert oder bei der Einreise deklariert werden. Frage außerdem deinen Reiseanbieter, was er empfiehlt. Hintergründe zum Schutz der Rasse stehen im Beitrag zur Geschichte des Islandpferdes. Beachte, dass Pferde, die Island verlassen, nicht zurückkehren dürfen.

Wetter, Gelände und Sicherheit

Island bietet Natur pur, aber auch Risiken. Flussquerungen, Nebel und Wind erfordern Erfahrung. Folge den Anweisungen des Guides, bleibe in der Gruppe und halte Abstand zu anderen Pferden. Auch das Gelände ist nicht überall problemlos: Lavafelder, Geröll und Moore verlangen Trittsicherheit der Pferde und Aufmerksamkeit der Reiter. Gute Anbieter wählen Wege nach Bedingungen.

Pferde in Island verstehen

Wenn du Islandpferde in ihrer Heimat siehst, fällt auf, wie viele Tiere in Herden draußen leben. Das Haltungsmodell unterscheidet sich von unserer Stallhaltung. Wer zu Hause Isländer hält, kann daraus Anregungen mitnehmen, etwa für den Offenstall. Auch Farben und Typen sind vielfältig; eine Übersicht liefert der Beitrag über Islandpferde-Farben.

Nachhaltig reisen

Respektiere Natur und Menschen. Bleibe auf den Wegen, hinterlasse keinen Müll und beachte lokale Regeln. Reiten im Hochland unterliegt oft besonderen Bestimmungen zum Schutz sensibler Vegetation. Frage Anbieter, wie sie mit Umwelt und Pferden umgehen.

Kurz beantwortet

Muss ich für Island reiterfahren sein? Viele Anbieter haben Touren für Einsteiger. Für mehrtägige Ritte im Gelände solltest du aber sicher im Schritt, Trab und Galopp sitzen und eine gewisse Fitness mitbringen.

Kann ich mein eigenes Pferd mitnehmen? Nein, denn Pferde aus dem Ausland dürfen nicht nach Island eingeführt werden. Du reitest dort Pferde des Anbieters.

Wie flexibel muss ich bei Wetter sein? Sehr. Touren können angepasst oder verkürzt werden, wenn Wind, Regen oder Flüsse es verlangen. Gute Anbieter entscheiden im Interesse von Pferden und Reitern.

Soll ich Reiseversicherungen abschließen? Eine Reisekranken- und eine Haftpflichtversicherung sind sinnvoll. Prüfe, ob Reitunfälle abgedeckt sind, und frage deine Versicherung.

Fazit

Ein Reiturlaub in Island ist ein besonderes Erlebnis, wenn du Anbieter sorgfältig auswählst, dich auf Wetter und Gelände einstellst und die Regeln zum Schutz der Pferde ernst nimmst. Mit guter Vorbereitung erlebst du Island aus dem Sattel und lernst die Rasse in ihrer Heimat kennen – ein Erlebnis, das viele Reiter prägt.

Bildnachweis: Titelbild von Sergi Ferrete sergiferrete, Lizenz CC0, via Wikimedia Commons.jpg).

Jana Eriksen

Über Jana Eriksen

Jana Eriksen schreibt für IcelandHorse Shop über Islandpferde – von Rasse und Gangarten bis zu Haltung, Kauf und Reisen. Ihr Anspruch: geprüfte Informationen in verständlicher Sprache, ohne Schönfärberei.

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